Ökodesign-Verordnung - (EU) Nr. 1194/2012 Lampen mit gebündeltem Licht, LED-Lampen und dazugehörigen Geräten

Vollzitat: Verordnung (EU) Nr.1194/2012 der Kommission vom 12.12.2012 zur Durchführung der Richtlinie 2009/125/EG des Europäischen Parlaments und des Rates im Hinblick auf die umweltgerechte Gestaltung von Lampen mit gebündeltem Licht, LED-Lampen und dazugehörigen Geräten

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Was wird geregelt?

In dieser Verordnung werden Ökodesign-Anforderungen festgelegt, die für das Inverkehrbringen nachfolgender elektrischer Leuchtmittel gelten. Diese gelten auch, wenn die Leuchtmittel in andere Produkte eingebaut sind. Der Geltungsbereich erstreckt sich über:

  • Lampen mit gebündeltem Licht. Als Lampe mit gebündeltem Licht bezeichnet man eine Lampe, die mindestens 80 % ihres Lichtstromes in einem Kegel mit einem Winkel von bis zu 120° ausstrahlt. Somit strahlt gebündeltes Licht nicht diffus in alle Richtungen.
  • Leuchtdioden-Lampen (LED-Lampen).
  • Gleichrichter, Transformatoren und sonstige Vorschaltgeräte, die für die Installation zwischen dem Netz und den Lampen ausgelegt sind. Ausgenommen sind Vorschaltgeräte und Leuchten für Leuchtstofflampen und Hochdruckentladungslampen.

Speziallampen

Ferner werden in der Verordnung Anforderungen an die Produktinformationen für Spezialprodukte festgelegt. Diese dienen Spezialanwendungen, die zur herkömmlichen Beleuchtungstechnik zusätzliche technische Parameter benötigen. Zu diesen Speziallampen zählen unter anderem:
  • solche in Verkehrssignalanlagen
  • Infrarotlampen
  • Terrariumsbeleuchtungen
  • Fotokopierer
  • Lebensmittelbeleuchtung
  • Theaterbeleuchtung
  • Beleuchtung für lichtempfindliche Patienten
  • Leuchten für die Notbeleuchtung
  • Beleuchtung für extreme physische Bedingungen
  • Beleuchtung für Kühlschränke oder Öfen

Ökodesignanforderungen

Alle dieser Verordnung unterliegenden Lampen und Leuchten müssen die Ökodesignanforderungen bezüglich ihrer Energieeffizienz, den Produktinformationen sowie der folgenden Betriebseigenschaften erfüllen:
  • Lichtstromerhalt
  • Schaltzyklen
  • Zündzeit
  • Lebensdauerfaktor bei 6000h bzw. Bemessungslebensdauer von 50%
  • Zahl der Schaltzyklen bis zum Ausfall
  • Anlaufzeit
  • Frühausfallrate
  • Farbwiedergabe bzw. Farbkonsistenz
  • Leistungsfaktor bei Lampen mit eingebautem Betriebsgerät

Stufen der Ökodesignanforderungen

Die einzelnen Stufen der Ökodesignanforderungen treten wie folgt in Kraft:
Stufe 1: 01. September 2013
Stufe 2: 01. September 2014
Stufe 3: 01. September 2016

Sofern eine Anforderung nicht durch eine andere ersetzt oder auf andere Weise außer Kraft gesetzt wird, gilt sie zusammen mit den später eingeführten Anforderungen weiter. Ab dem 01. September 2013 müssen Spezialprodukte die in Anhang I festgelegten Informationsanforderungen erfüllen. Sie sind aber von den Ökodesignanforderungen ausgenommen.

Für wen gilt die Regelung?

Die Verordnung gilt für Hersteller und Importeure.
Die Verordnung gilt nicht für LED-Module, wenn sie als ein Bestandteil von Leuchten vermarktet werden, von denen weniger als 200 Einheiten pro Jahr in Verkehr gebracht werden.

Wer ist zuständig?

Die federführende Zuständigkeit liegt in Bayern beim Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen (StMAS). Die zuständigen Marktaufsichtsbehörden sind in Bayern die Gewerbeaufsichtsämter an den Regierungen.

Hinweise

Diese Verordnung ergänzt die bestehenden Ökodesign-Verordnungen bezüglich Haushaltslampen mit ungebündeltem Licht (244/2009 und 859/2009), gewerblicher Beleuchtung (245/2009) sowie der neuen Energieverbrauchskennzeichnung für Lampen (874/2012).

Ökodesign-Verordnungen sind Durchführungsmaßnahmen auf Grundlage der sogenannten Ökodesign-Richtlinie (2009/125/EG) der Europäischen Union. Ziel ist es, die Energieeffizienz und die Umweltverträglichkeit von bestimmten Produkten zu verbessern. Die für die Zwecke dieser Verordnung als erheblich angesehenen Umweltaspekte der erfassten Produkte sind der Energieverbrauch in der Nutzungsphase, der Quecksilbergehalt und die Quecksilberemissionen.

Der EU-weite jährliche Stromverbrauch der von dieser Verordnung erfassten Produkte betrug im Jahr 2007 schätzungsweise 112 TWh. Durch die vorbereitenden Studien ist belegt, dass der Stromverbrauch der von dieser Verordnung erfassten Produkte
erheblich gesenkt werden kann. Dafür werden verbindliche Mindestanforderungen für das Inverkehrbringen der Produkte in der EU festgelegt.