Bayerisches Landesamt für
Umwelt

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Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2014

Letzte Aktualisierung: 05.08.2014

Antragsberechtigte

Von den Bestimmungen des EEG profitieren alle Anbieter alternativ erzeugten Stroms bzw. Betreiber von Stromerzeugungsanlagen.

Verwendungszweck

Das EEG regelt:

  • den vorrangigen Anschluss von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien und aus Grubengas im Bundesgebiet einschließlich der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone (Geltungsbereich des Gesetzes) an die Netze für die allgemeine Versorgung mit Elektrizität,
  • die vorrangige Abnahme, Übertragung und Vergütung dieses Stroms durch die Netzbetreiber und
  • den bundesweiten Ausgleich des abgenommenen und vergüteten Stroms.

Antragstellung

  • Für die Einbindung der Anlage in das Stromnetz sowie die Zahlung der Vergütung ist der Netzbetreiber zuständig. In der Regel ist dies das regional zuständige Energieversorgungsunternehmen.
  • Die Anlage muss dem Netzbetreiber gemeldet werden. Ein Vertragsabschluss ist nicht zwingend erforderlich.
  • Bei Photovoltaikanlagen müssen Standort und Leistung an die Bundesnetzagentur gemeldet werden, ansonsten entfällt die Verpflichtung des Netzbetreibers, den Strom zu vergüten. Zur Meldung steht nur noch das PV-Meldeportal der Bundesnetzagentur zur Verfügung.

Art und Höhe der Förderung

  • Für jede Anlage im Sinne des EEG werden festgelegte Vergütungssätze für 20 Jahre, zusätzlich zum Jahr der Inbetriebnahme, gewährt.
  • Die Höhe der Vergütung für den Strom hängt von der Energiequelle und der Größe der Anlage sowie vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Anlage ab.
  • Die Inbetriebnahme setzt voraus, dass die Anlage an ihrem bestimmungsgemäßen Ort und mit allem Zubehör installiert ist und Wechselstrom erzeugt hat. Die Netzanbindung ist noch nicht notwendig.
  • Die Vergütungssätze sinken jährlich für neu in Betrieb genommene Anlagen. Das heißt je später eine Anlage in Betrieb genommen wird, desto geringer ist die Vergütung (jährliche Degression).
  • Um die Marktintegration erneuerbarer Energien zu fördern, gilt für alle neu installierten Anlagen über 500 kW eine verpflichtende Direktvermarktung. Ab 01.01.2016 gilt die verpflichtende Direktvermarktung für Anlagen über 100 kW.
Die Vergütungssätze betragen:

1. Photovoltaik
Die Förderung für Strom aus Photovoltaikanlagen wird in Abhängigkeit des Zubaus monatlich abgesenkt (atmender Deckel / zubauabhängige Steuerung). Die monatliche Degression wird in Abhängigkeit des Zubaus ermittelt. Somit liegt die Absenkung zwischen 0,25 % und 2,8 % pro Monat. Bei einem Zubau unter 1.500 MW pro Jahr wird die Absenkung ausgesetzt, bei einem Zubau unter 1.000 MW wird die Förderung einmalig um 1,5% pro Quartal erhöht.

1.1 Dachflächenanlagen auf Wohngebäuden

Für Strom aus förderfähigen Anlagen, die ausschließlich in, an oder auf einem Gebäude oder einer Lärmschutzwand angebracht und nach dem 01.08.2014 in Betrieb genommen worden sind, beträgt die Förderung:
  • bis 10 kW 13,15 Cent/kWh
  • bis 40 kW 12,80 Cent/kWh
  • bis 1.000 kW 11,49 Cent/kWh
  • bis 10 MW 9,23 Cent/kWh

1.2 Dachflächenanlagen auf Nichtwohngebäuden

Für Anlagen auf Nichtwohngebäuden, die im Außenbereich errichtet wurden, gilt die oben genannte Dachflächenvergütung, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
  • Der Bauantrag für das Gebäude wurde nachweislich vor dem 01.04.2012 gestellt.
  • Das Gebäude steht im räumlich-funktionalen Zusammenhang mit einer errichteten Hofstelle eines land- oder forstwirtschaftlichen Betriebes.
  • Das Gebäude dient der dauerhaften Stallhaltung von Tieren und wurde von der zuständigen Behörde genehmigt.

1.3 Freiflächenanlagen

Gefördert werden Anlagen auf versiegelten Flächen, Konversionsflächen, vor 2010 bestehenden Gewerbe- und Industriegebieten sowie Flächen innerhalb eines Streifens von 110 m entlang von Autobahnen und Bahnschienen. Die Vergütung für Freiflächenanlagen beträgt 9,23 Cent/kWh, max. 10 MW. Die monatliche Degression wird in Abhängigkeit des Zubaus ermittelt. Freiflächen erhalten 100 % der EEG-Vergütung.
PV-Freiflächenanlagen auf Konversionsflächen, die in Nationalparks und Naturschutzgebieten liegen, werden nicht vergütet.

In der Förderung von Photovoltaikanlagen sind 0,4 Cent/kWh für die Kosten der Direktvermarktung enthalten. Bei Anlagen über 500 kW, die nicht direkt vermarkten, errechnet sich der Vergütungssatz aus der Förderung abzüglich der 0,4 Cent/kWh.

2. Wasserkraft
Die Förderung für Strom aus Wasserkraft aus förderfähigen Anlagen beträgt:
  • bis 500 kW 12,52 Cent/kWh
  • bis 2 MW 8,25 Cent/kWh
  • bis 5 MW 6,31 Cent/kWh
  • bis 10 MW 5,54 Cent/kWh
  • bis 20 MW 5,34 Cent/kWh
  • bis 50 MW 4,28 Cent/kWh
  • ab 50 MW 3,50 Cent/kWh

Die Förderung bestehender Anlagen, die vor dem 01.01.2009 in Betrieb genommen worden sind, setzt voraus, dass entweder eine genehmigungspflichtige Maßnahme durchgeführt wird, durch die das Leistungsvermögen der Anlage gesteigert wird oder im Falle einer nicht genehmigungspflichtigen Maßnahme die Steigerung des Leistungsvermögens mindestens 10 % beträgt. Bei Anlagen mit einer Leistung von 5 MW bezieht sich die Förderung nur auf den Strom, der durch Leistungserhöhung zuzurechnen ist. Die jährliche Degression ab dem Jahr 2016 beträgt 0,5 %.

3. Deponie-, Gruben- und Klärgas
Die Förderung für Strom aus Deponiegas beträgt:
  • bis 500 kW 8,42 Cent/kWh
  • bis 5 MW 5,83 Cent/kWh
Für Strom aus Grubengas beträgt die Vergütung:
  • bis 1 MW 6,74 Cent/kWh
  • bis 5 MW 4,3 Cent/kWh
  • ab 5 MW 3,8 Cent/kWh
Für Strom aus Klärgas beträgt die Vergütung:
  • bis 500 kW 6,69 Cent/kWh
  • bis 5 MW 5,83 Cent/kWh
Die jährliche Degression für Neuanlagen beträgt ab dem Jahr 2016 1,5 %.

4. Biomasse
Die Förderung von Strom aus Biomasse im Sinne der Biomasseverordnung beträgt:
  • bis 150 kW 13,66 Cent/kWh
  • bis 500 kW 11,78 Cent/kWh
  • bis 5 MW 10,55 Cent/kWh
  • bis 20 MW 5,85 Cent/kWh
Für Strom aus Bioabfallvergärungsanlagen mit einem kalenderjährlichen Einsatz von mind. 90 Masseprozent bestimmter Bioabfälle beträgt die Vergütung:
  • bis 500 kW 15,26 Cent/kWh
  • bis 20 MW 13,38 Cent /kWh
  • Die Förderung von Strom aus kleinen Gülle-Biogasanlagen bis 75 kW beträgt 23,73 Cent/kWh. Der Strom muss am Standort erzeugt werden und der Anteil der Gülle muss in der Regel 80 Masseprozent betragen.
  • Für Anlagen ab einer installierten Leistung von 100 kW wird ein Flexibilitätszuschlag in Höhe von 40,- EUR/KW 20 Jahre lang für die gesamte installierte Leistung einer Anlage gewährt. Dafür wird die Förderung auf den Anteil der in einem kalenderjahr erzeugten Strommenge, der einer Bemessungsleistung von 50 % der installierten Leistung entspricht, begrenzt.
  • Die vierteljährliche Degression für Neuanlagen beträgt ab dem Jahr 2016 0,5 % und erhöht sich bei einem Zubau > 100 MW auf 1,27 %. In der Förderung sind 0,2 Cent/kWh für den Aufwand der Direktvermarktung enthalten.

5. Geothermie
Die Förderung beträgt 25,2 Cent/kWh. Darin sind 0,2 Cent/kWh für den Aufwand der Direktvermarktung enthalten. Die jährliche Degression für Neuanlagen beträgt ab dem Jahr 2018 5 %.

6. Windkraft
Onshore:
Die Förderung beträgt 4,95 Cent/kWh (Grundwert).
In den ersten 5 Jahren ab Inbetriebnahme der Anlage beträgt die Förderung 8,90 Cent/kWh (Anfangswert). Die Dauer des Anfangswertes verlängert sich um einen Monat je 0,36 % des Referenzertrages, wenn der Ertrag der Anlage unter 130 % des Referenzertrages liegt (130 % minus tatsächlicher Ertrag). Liegt der Ertrag der Anlage unter 100 % des Referenzertrages, so verlängert sich zusätzlich die Dauer des Anfangswertes um einen Monat je 0,48 % des Referenzertrages (100 % minus tatsächlicher Ertrag). Betreiber von Anlagen mit einer Leistung bis einschließlich 50 kW erhalten den Anfangswert über 20 Jahre ohne Vorlage eines Referenzgutachtens. In der Förderung sind 0,4 Cent/kWh für den Aufwand der Direktvermarktung enthalten.
Die Förderung für Neuanlagen verringert sich ab dem Jahr 2016 vierteljährlich um 0,4 %, wenn der jährliche Zubau (neu installierte Anlagen abzüglich Stilllegungen) zwischen 2400 und 2600 MW beträgt. Liegt der Zubau darüber oder darunter, variiert die Absenkung zwischen 0 % und 1,2 %.

Offshore:
Für Strom aus Offshore-Anlagen beträgt der Grundwert 3,9 Cent/kWh.
In den ersten 12 Jahren ab der Inbetriebnahme der Anlage beträgt die Förderung 15,4 Cent/kWh (Anfangswert). Je nach Entfernung der Anlage von der Küste (mind. 12 Seemeilen, Wassertiefe mind. 20 m) verlängert sich der Anfangswert.
Alternativ kann bei Inbetriebnahme vor dem 01.01.2020 ein Anfangswert von 19,4 Cent/kWh über einen Zeitraum von 8 Jahren in Anspruch genommen werden (sog. Stauchungsmodell). Im Anschluss daran gilt der Anfangswert von 15,4 Cent/kWh.
Ab 01.01.2018 verringert sich die Förderung für Neuanlagen um 0,5 Cent/kWh, ab 01.01.2020 um 1 Cent/kWh und ab dem Jahr 2021 jährlich um 0,5 Cent/kWh. Im Stauchungsmodell reduziert sich die Förderung zum 01.01.2018 um 1 Cent/kWh. In der Förderung sind 0,4 Cent/kWh für den Aufwand der Direktvermarktung enthalten.

7. Marktprämie
Um die Marktintegration erneuerbarer Energien zu fördern, gilt für alle neu installierten Anlagen über 500 kW eine verpflichtende Direktvermarktung. Dabei erhält der Anlagenbetreiber zusätzlich zum Verkaufserlös durch die Vermarktung des eigenproduzierten Stroms eine Förderung, die sogenannte Marktprämie. Diese Marktprämie ergibt sich als Differenz zwischen der anlagenspezifischen hypothetischen EEG-Vergütung (im EEG 2014 "anzulegender Wert" genannt) und dem monatlich ex-post ermittelten durchschnittlichen Strombörsenpreis. Betreiber von Bestands-Biogasanlagen, die ihren Strom direkt vermarkten, können ergänzend zur Marktprämie die Flexibilitätsprämie in Anspruch nehmen. Dadurch werden die für die Flexibilisierung erforderlichen Zusatzinvestitionen in Anlagentechnologie ermöglicht.

Hinweise

  • Diese Förderung gewährt Zuschüsse für die Stromeinspeisung nach dem EEG im Rahmen des laufenden Betriebes, nicht jedoch die Errichtung und Modernisierung von Anlagen. Dies erfolgt durch das Programm zur Förderung erneuerbarer Energien.
  • Für neue Anlagen gilt der technische Inbetriebnahmebegriff. Zur Inbetriebnahme reicht es nicht aus, dass ein Modul Strom erzeugt hat. Es muss vielmehr an seinem bestimmungsgemäßen Ort fest installiert und mit dem notwendigen Zubehör (Kabel, Wechselrichter etc.) ausgestattet sein und Strom produziert haben.
  • Die Clearingstelle EEG klärt Streitigkeiten und Anwendungsfragen im Bereich des Erneuerbare-Energien-Gesetzes.
  • Neue Photovoltaik-Freiflächenanlagen werden nur noch dann nach dem EEG gefördert, wenn die Betreiber erfolgreich an einer Ausschreibung teilgenommen haben.

Mehrfachförderung

Bei der Nutzung mehrerer Förderprogramme sowie dem EEG muss geprüft werden, ob die Vorgaben der EU-Beihilfeleitlinien erfüllt sind.

Befristung

Derzeit keine Befristung vorgesehen.

Weitere Informationen im Internet

Keine Kontaktadressen vorhanden.